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Intern
Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie

DPhG-Vorträge (Wintersemester 2021/22)

Beginn der Vorträge ist jeweils um 20.15 Uhr in Hörsaal A im Chemie-Zentralgebäude am Hubland.

Beachten Sie, dass die Vorträge gemäß den allgemein bekannten 3G-Regeln stattfinden werden.

Bitte haben Sie Verständnis für entsprechende Kontrollen.

Dienstag, 26. Oktober 2021

Prof. Dr. Stephan Scherneck

Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie, Universität Braunschweig

„Arzneimitteltherapie in der Schwangerschaft: wo sind Fallstricke in der Risikokommunikation?"

Die COVID-19-Pandemie ist ein aktuelles Beispiel, wie eine fehlende Zulassung oder Anwendungsempfehlung eines Arzneimittels für spezielle Patientengruppen zu großer Verunsicherung führen kann. Für die Arzneimitteltherapie in der Schwangerschaft ist diese Problematik für viele Indikationsgebiete seit Jahrzehnten Realität. Trotzdem besteht fast immer die Möglichkeit einer geeigneten Therapie. Bei der Beratung der Patientinnen und der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kann es jedoch ungewollt zu Missverständnissen kommen, die den Behandlungserfolg gefährden können.

Dieser Vortrag soll einen Überblick über häufige Beratungssituationen geben und anhand von Fallbeispielen verdeutlichen, wie Fehler in der Risikokommunikation minimiert werden können.


Dienstag, 16. November 2021

Prof. Dr. Manfred Jung

Institut für Pharmazeutische Wissenschaften, Pharmazeutische und Medizinische Chemie, Universität Freiburg

 „Epigenetik - Lesezeichen im Buch des Lebens“

Raupe und Schmetterling sind zwei sehr verschiedene Erscheinungsformen des selben Genoms. Die Veränderungen von einer zur anderen Form lassen sich durch
die Betrachtung der Epigenetik erklären. Epigenetik ist definiert als vererbbare Veränderungen des Erscheinungsbilds einer Zelle oder eines Organismus, die durch andere Mechanismen als durch Veränderungen in der DNA-Sequenz reguliert werden. Diese Mechanismen reagieren auf externe Signale, z.B. Chemikalien, Stress oder Ernährung, und beeinflussen das Ablesen oder Stilllegen von Genen. Die Epigenetik kann zum Erhalt dieser Veränderungen führen, selbst wenn der anfängliche Reiz nicht mehr vorhanden ist. Diese Veränderungen können so stabil wie bei einer Genmutation sein und damit auch Krankheiten auslösen oder verstärken, sind aber grundsätzlich reversibel und daher zugänglich zur Korrektur durch epigenetische Medikamente. In diesem Vortrag werden die prinzipiellen Mechanismen der Epigenetik und bereits zugelassene Arzneimittel vorgestellt. Zudem werden Fallstudien aus unserer eigenen Forschung zu histonmodifizierenden Enzymen als potenzielle Wirkstoff-Targets beleuchtet.


Dienstag, 7. Dezember 2021

Dr. Mirko Koziolek

AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG

Bitte nehmen Sie diese Tablette auf nüchternen Magen ein – Einblicke in den Einfluss der Einnahmebedingungen auf die orale Absorption“

„Eine Stunde vor dem Essen oder lieber zwei Stunden nach dem Essen? Warum muss das Medikament mit einem Glas Wasser eingenommen werden?“ Mit solchen oder ähnlichen Fragen zur Anwendung oraler Arzneimittel werden Apotheker*innen in der Praxis immer wieder konfrontiert. In diesem Vortrag wird sich Dr. Mirko Koziolek diesen Fragen auf wissenschaftliche Weise nähern und anhand von Beispielen erläutern, warum für die erfolgreiche Entwicklung und Anwendung von oralen Arzneiformen heutzutage eine genaue Kenntnis der Anatomie und Physiologie des Magen-Darm-Traktes erforderlich ist. Der Einsatz moderner diagnostischer und bildgebender Methoden erlaubte es in den vergangenen Jahren, tiefere Einblicke in das Verhalten oraler Arzneiformen im menschlichen Körper zu gewinnen. Auf diese Weise konnte ein wissenschaftliches Fundament für die rationale Entwicklung von Arzneimitteln sowie deren korrekte Anwendung geschaffen werden.


Dienstag, 11. Januar 2022

Vortrag in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie (DGGP)

Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe

Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie, Pharmazeutische und Medizinische Chemie, Universität Würzburg

und

 Dr. Dr. Thomas Richter

Institut für deutsche Philologie, Universität Würzburg und Richter Apotheken, Würzburg

 „Historische Seuchen und ihre Therapie im Spiegel von Pharmazie und Wissenschaftsgeschichte“

Seuchen und Pandemien gab es auch schon vor Corona. Zu allen Zeiten mussten sich die Menschen diesen Herausforderungen stellen und Lösungen entwickeln, um die sprunghafte Ausbreitung von Infektionen zu bekämpfen. Auch in der schöngeistigen wie der Fachliteratur haben die Infektionserkrankungen eine Rezeption erfahren. Aus dem Blickwinkel der moderner Pharmazie, aber auch der Wissenschafts- und Literaturgeschichte lassen sich Erkenntnisse gewinnen, welche zu einem besseren Verständnis der Ereignisse seit dem Ausbruch von SarsCovid19 zu Beginn des Jahres 2020 beitragen können.

Beide Referenten haben sich aus verschiedenen Perspektiven mit dem Thema „Seuchen und Infektionskrankheiten“ beschäftigt und präsentieren ihre Erkenntnisse im Rahmen eines Doppelvortrages.