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Institute for Pharmacy and Food Chemistry

Pharmazie

Important information for students from abroad:

In Germany, Pharmacy studies are legally regulated by the so-called "Approbationsordnung für Apotheker" and all lectures and exams are exclusively conducted in German. If you are interested in studying Pharmacy iat a German University, strong knowledge of the German language is absolutely necessary, which is also relevant with regard to a later approval as a licenced pharmacist.

Pharmazie ist die Wissenschaft vom Arzneimittel.

Apotheker sind berufen, die Bevölkerung ordnungsgemäß mit Arzneimitteln zu versorgen und der Gesundheit des einzelnen Menschen und der Allgemeinheit zu dienen. 

In öffentlichen Apotheken und Krankenhausapotheken umfasst dies maßgeblich den Handel mit bzw. die Abgabe von Arzneimitteln zur Versorgung der Bevölkerung und Patienten, eine umfassende Information und Beratung zu Arzneimitteln sowie die Mitwirkung an der Arzneimitteltherapiesicherheit.

Pharmazeutische Wissenschaften beschäftigen sich mit der Entwicklung und Qualitätsprüfung von Arznei- und Hilfsstoffen, den daraus hergestellten Zubereitungen (Arzneimittel), sowie der Zulassung von Medikamenten. Weitere Kernbereiche sind die Suche nach neuen Wirkprinzipien, dafür geeigneten Arzneistoffen und die Verbesserung der Arzneimitteltherapie, beispielsweise im klinischen Umfeld.

Entwicklung, Produktion, Qualitätskontolle und Vermarktung / Verkauf von Arzneimitteln hängen eng Zusammen und bilden die Kernaspekte vieler pharmazeutischer Unternehmen.

Ziele, Inhalte und Aufbau

Wer in Deutschland den Apothekerberuf ausüben möchte, muss eine Approbation als Apotheker besitzen. Dafür muss man ein mindestens vierjähriges Studium der Pharmazie und ein daran anschließendes, einjähriges "Praktisches Jahr" absolvieren. Im Studium werden zahlreiche Inhalte und Kenntnisse vermittelt, das Praktische Jahr bereitet auf die spätere Tätigkeit in der "Offizin", der öffentlichen Apotheke, vor. 

Pharmazie ist ein sogenannter zulassungsbeschränkter Studiengang:
Die Studienplätze werden zentral und deutschlandweit von der Stiftung für Hochschulzulassung vergeben, bei der man sich bewerben muss. Voraussetzung für die Zulassung zum Pharmaziestudium ist die allgemeine Hochschulreife (Abitur), es gibt aber auch andere Qualifikationen, die für den Hochschulzugang berechtigen. 

Pharmazie studieren ist ideal für alle, die gerne im Labor arbeiten, wissenschaftliche Fragestellungen lösen und über Fachgrenzen hinweg denken. Neben naturwissenschaftlichem Interesse sind auch Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und die Freude am Umgang mit Menschen wichtige Voraussetzungen für Studium und den späteren Beruf in der Offizin.

Die wichtigsten Ausbildungsinhalte

Pharmazie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die auf fünf Kernfächern bzw. Kerndisziplinen beruht:

- Pharmazeutische und Medizinische Chemie
- Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie
- Klinische Pharmazie
- Pharmakologie und Toxikologie
- Pharmazeutische Biologie.

Im Verlauf des Studiums werden Grundlagen und vertiefte Kenntnisse dieser Fächer behandelt. Schwerpunkte liegen im Bereich der anorganischen und organischen Chemie, der Biochemie, Molekularbiologie und Gentechnik, instrumenteller Analysemethoden zur Qualitätsprüfung von Arzneistoffen nach Arzneibuch, physikalisch-technologische Fragestellungen sowie der Wirkungen und Nebenwirkungen von Arzneistoffen, der Arzneimitteltherapie, der Entwicklung und Herstellung von Arzneistoffen und Arzneimitteln sowie Grundlagen der Human- und Pflanzenbiologie und botanischer Systematik. 

In den einzelnen Lehrgebieten wird anfangs ein breites Spektrum an Wissen im Rahmen von Vorlesungen, Seminaren und Praktika vermittelt, das nach und nach ein strukturiertes Netzwerk der pharmazeutischen Wissenschaften mit vielen thematischen Schnittpunkte und Parallelen ergibt.

Struktur der Pharmazeutischen Ausbildung

Das Pharmaziestudium wird in drei Ausbildungsabschnitte gegliedert und umfasst mindestens acht Semester Universitätsstudium, von denen die ersten vier als Grundstudium und die Semester fünf bis acht als Hauptstudium bezeichnet werden. Danach schließt sich ein einjähriger, praktischer Ausbildungabschnitt außerhalb der Universität an, das "Praktische Jahr".

Jeder Ausbildungsabschnitt schließt mit einer Staatsprüfung ("Staatsexamen") ab, sodass insgesamt drei Examensprüfungen abgelegt werden müssen, um die pharmazeutische Ausbildung erfolgreich zu absolvieren und eine Approbation beantragen zu können. 

Umfang und Inhalte der pharmazeutischen Ausbildung sind durch die Approbationsordnung für Apotheker (AAppO) streng geregelt.

1. Grundstudium: 1. - 4. Fachsemester

Das Grundstudium umfasst eine tiefgreifende Einführung in die Chemie, Instrumentelle Analytik, Biologie, Arzneiformenlehre (Rezeptur) und Physik und vermittelt die Grundlagen einer analytisch-naturwissenschaftlichen Arbeitsweise.

Es schließt mit dem schriftlichen Ersten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung in vier Fächern ab:

- Allgemeine, anorganische und organische Chemie
- Pharmazeutische Biologie und Humanbiologie
- Pharmazeutische Analytik
- Physik, physikalische Chemie und Arzneiformenlehre.

2. Hauptstudium: 5. - 8. Fachsemester

Im Hauptstudium werden die spezifisch pharmazeutischen Inhalte gelehrt, wie z. B. Medizinische Chemie, Pharmakologie und Toxikologie, Arzneibuchanalytik, vertiefte Arzneiformenlehre und Technologie sowie umfassendes Wissen in Klinischer Pharmazie und Pharmakotherapie.

Das Hauptstudium wird durch den mündlich abgehaltenen Zweiten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung in fünf Fächern abgeschlossen:

- Pharmazeutische und Medizinische Chemie
- Pharmazeutische Technologie
- Pharmazeutische Biologie
- Klinische Pharmazie
- Pharmakologie und Toxikologie.

3. Praktisches Jahr

Nach dem 2. Staatsexamen endet die universitäre Ausbildung und man beginnt ein 12-monatiges "Praktisches Jahr".

Mindestens sechs Monate müssen zusammenhängend in einer öffentlichen Apotheke absolviert werden; darüber hinaus kann die andere Hälfte auch in einer anderen (pharmazeutischen) Einrichtung Ihrer Wahl absolviert werden, z. B. in einer Krankenhausapotheke, in der pharmazeutischen Industrie, oder im Ausland. Eine Rücksprache mit dem zuständigen Prüfungsamt ist empfehlenswert, wenn nicht eindeutig klar ist, ob die gewählte Einrichtung als pharmazeutische Ausbildungsstätte anerkannt wird. Für Bayern ist dies das Landesprüfungsamt in München.

Das Praktische Jahr wird durch insgesamt vier Wochen begleitenden Pflichtunterricht ergänzt, der von der Bay. Landesapothekerkammer organisiert wird.

Nach dem Praktischen Jahr findet das mündliche 3. Staatsexamen statt, bei dem die praktischen Ausbildungsinhalte und pharmazeutisches Recht im Vordergrund stehen.

4. Approbation

Mit dem Bestehen des 3. Abschnittes der Pharmazeutischen Prüfung ist diese insgesamt abgeschlossen und man kann bei der zuständigen Regierungsstelle die Approbation zum Apotheker bzw. zur Apothekerin beantragen.

Diese ist die in Deutschland rechtliche Voraussetzung zur Ausübung des Apothekerberufes.

... und danach?

Der Apothekerberuf bietet überaus vielfältige berufliche Perspektiven - die Einsatzgebiete für Pharmazeuten sehr flexibel. Die meisten Absolventen arbeiten später in der öffentlichen Apotheke - entweder als angestellter Apotheker oder als selbstständiger Inhaber. Daneben bestehen vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten in Krankenhausapotheken oder in der Pharmazeutischen Industrie, z. B. in den Bereichen Forschung & Entwicklung, Quality, oder Klinische Studien. Wer sich weiterqualifizieren möchte, kann zudem eine Promotion in einem pharmazeutisch-chemisch oder medizinisch geprägten Forschungsfeld aufnehmen. 

Berufsbild und Perspektiven

Apothekern und Apothekerinnen wurde vom Gesetzgeber der Auftrag erteilt, die ordnungsgemäße Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln durchzuführen und sicherzustellen. Dies umfasst insbesondere die ausführliche Information und Beratung über Arzneimittel und eine Beratung in der Gesundheitsförderung. 

Nicht nur in der öffentlichen Apotheke sind Pharmazeuten und Pharmazeutinnen gefragte Experten und Expertinnen für Themen wie Entwicklung, Herstellung, Qualitätssicherung, Prüfung, Lagerung, Abgabe und Risikobewertung von Arzneimitteln und Medizinprodukten. Wer in der pharmazeutischen Industrie tätig wird, sucht z. B. nach Wirkstoffen, entwickelt neue Darreichungsformen für Arzneistoffe oder stellt die Qualität der hergestellten Produkte sicher.

Eine ausführliche Übersicht der Karrieremöglichkeiten können Sie bei bei der Fachgruppe WIV Apotheker e.V finden, die eine Broschüre zu den Tätigkeitsfeldern außerhalb der öffentlichen Apotheke zusammengestellt hat (im Download-Bereich).